Lichtechtheit von Druckfarben
Wer kennt das nicht: Vor ein paar Wochen ein Poster an die Wand gehängt und plötzlich sieht der gesunde braune Hautton eher kränklich und blass aus. Was ist passiert? Durch die Sonneneinstrahlung hat sich das Gelb im Hautton verabschiedet. Dieses Phänomen sieht man sehr oft auch an Außen-Plakaten, Postern oder Displays im Schaufensterbereich. Auf unserer Plakatwand mit den unterschiedlichen Wahlplakaten sind die Unterschiede auch ganz deutlich zu erkennen.
Der Grund für die farbliche Veränderung liegt in der Beschaffenheit der Druckfarbe. Und in der Widerstandsfähigkeit gegen die Einwirkung des Lichts, ohne direkten Einfluß von Witterung. Grundsätzlich kann man sagen, daß je heller die Farbe, desto geringer ist die Lichtechtheit, welche in der “8-stufigen Woll-Skala” definiert wird. 1 bedeutet hier sehr geringe Lichtechtheit, 8 hervorragend.
Bei einer hellen Sonderfarbe, einem hellen Beige etwa, ist der Anteil von Farbpigmenten zum Bindemittel beispielsweise gering. Bei einer dunklen Farbe wie Dunkelblau verhält es sich umgekehrt. Durch einen höheren Farbschichtauftrag, speziell im Siebdruckverfahren, kann die Lichtechtheit verbessert werden. Aber auch durch den Einsatz von hochwertigeren Pigmenten. Beim Skalendruck CMYK kann mit besseren, für den Ausseneinsatz geeigneten, UV-stabileren Druckfarben ein deutlich besseres Ergebnis erzielt werden. Bei unseren Wahlplakaten sind die Grünen, die FDP und die Linken eher blass. Die beiden großen Parteien, CDU und SPD, haben hier sicherlich deutlich mehr in den Druck investiert als die Konkurrenz. Oberflächenveredlungen, wie z.B. Kaschierungen und UV-Lackierungen, führen nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Lichtechtheit. Zu Bedenken ist auch, daß der Druckträger, meist Papier oder Karton, einer Vergilbung durch Licht unterliegt. Aber diesem weiteren, wichtiges Thema widmen wir uns in einem späteren Beitrag.

